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Chia-Samen versus Leinsamen – welches Superfood kann mehr?

05.01.2017

Als gesunde Zutat, die auch noch gut für die Figur ist, sind sowohl Chia-Samen als auch Leinsamen in aller Munde. Beide Samenarten gelten als prima Sattmacher und enthalten wertvolle Nährstoffe. Preislich gesehen gibt es allerdings Unterschiede. Ist eine Samenart doch gesünder und kann sich der Preisunterschied auszahlen? Wir nehmen beide Arten einmal genauer unter die Lupe.

Superfood- was ist das eigentlich?

Bei beiden Samenarten handelt es sich um ein so genanntes Superfood. Hinter diesem Begriff verbirgt sich die Vorstellung, dass ein Lebensmittel mit diesem Namen einen besonderen gesundheitlichen Nutzen birgt. Zum Teil handelt es sich dabei um exotische Lebensmittel wie Chia-Samen, es können jedoch auch heimische Lebensmittel in diese Kategorie fallen wie zum Beispiel Leinsamen. In erster Linie ist der Begriff Superfood ein Marketingbegriff. Explizit werben dürfen Unternehmen mit dieser Bezeichnung erst, wenn die Wirksamkeit durch ein strenges Zulassungsverfahren bestätigt werden kann. Dennoch lässt sich der gesundheitliche Nutzen einiger Lebensmittel wie Samen kaum bestreiten, da diese ballaststoffreich sind und voller wichtiger Spurenelemente stecken.

Chia-Samen - die Kraftquelle

Chia-Samen werden aus der Chia-Pflanze gewonnen, die vor allem in Mexiko, Zentral- und Südamerika wächst. Chia heißt so viel wie „Kraft“. Bereits in Zeiten der Maja-Kultur nutzten die Menschen das wertvolle Kraftpaket als Grundnahrungsmittel. Die Inhaltsstoffe können sich entsprechend sehen lassen. So finden sich in Chia-Samen:

  • Vitamin B3 und A (wichtig für Stoffwechsel, Augen und Haut)
  • Ballaststoffe (gut für Verdauung)
  • Kalzium, Eisen, Zink (wichtig für Knochen, Blutbildung und Abwehr)
  • Eiweiß (gut für Stoffwechsel)
  • Omega-3-Fettsäuren (positiv für Blutfettwerte)
  • Antioxidantien (schützen vor freien Radikalen)

Heute werden Chia-Samen vor allem aufgrund ihrer sättigenden Wirkung verzehrt, da sie im Magen aufquellen und somit für ein lang anhaltendes Sättigungsgefühl sorgen. Das ist vorteilhaft für alle, die eine Diät machen. Die wertvollen Inhaltsstoffe und Mineralien machen eine vegetarische oder vegane Ernährung komplett. Der Geschmack der Chia-Samen fällt leicht nussig aus. Besonders häufig wird er als Beilage verwendet in:

  • Joghurt/Müsli/Quark
  • Smoothie
  • Salat
  • Als Backzutat

Wer den Samen trocken verzehrt, sollte immer auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten, da es zu Verdauungsproblemen kommen kann.

Leinsamen – der Sattmacher

Lein gehört zu den ältesten Kulturpflanzen, da er schon 5000 Jahre v.Chr. angebaut wurde. Seit der Antike ist sein Samen als Heilmittel bekannt. Auch seine Inhaltsstoffe können sich sehen lassen:

  • Omega-3-Fettsäuren
  • Vitamin B1, B2, B6 und E (gut fürs Nervensystem, für den Stoffwechsel, für die Abwehrkräfte und die Haut)
  • Eiweiß
  • Lignane (Schleimstoffe als Schutzschicht für den Darm)
  • Zink, Eisen, Kalium, Calcium, Phosphor (für Abwehr, Knochen und Zähne)

In der Heilkunde wird der Leinsamen vor allem als Abführmittel und als Entzündungshemmer eingesetzt. Bei einer Diät unterstützt er wie die Chia-Samen durch seine sättigende Wirkung. Wie der Chia-Samen fällt auch der Geschmack des Leinsamens leicht nussig aus. In der Küche findet Leinsamen oft die gleiche Verwendung wie der Chia-Samen:

  • Im Smoothie
  • Im Joghurt/Quark/Müsli
  • Als Backzutat
  • Im Salat

Im Unterschied zum Chia-Samen muss der Leinsamen geschrotet werden, bevor er verzehrt werden kann. Es gibt allerdings auch bereits geschroteten Leinsamen im Handel. Wie der Chia-Samen sollte Leinsamen immer mit ausreichend Flüssigkeitszufuhr verzehrt werden.

Gemeinsamkeiten der beiden Körnersorten

Wie schon deutlich wurde, haben beide Samenarten eine aufquellende und sättigende Wirkung. Sie fügen sich deshalb sehr gut in jeden Diätplan ein. Mit ihrem leicht nussigen Geschmack passen sowohl Chia-Samen als auch Leinsamen gut in jeden Salat oder in jedes Müsli. Beide Samenarten enthalten wertvolle Inhaltsstoffe wie Mineralstoffe, Ballaststoffe oder Fettsäuren. Dennoch fällt die Zusammensetzung jeweils etwas anders aus.

Unterschiede – vor allem beim Preis

Die Unterschiede zwischen Chia-Samen und Leinsamen sind vor allem beim Preis zu finden. Preislich bewegt sich guter Chia Samen zwischen zwei und drei Euro pro 100 Gramm. Im Gegensatz dazu ist geschroteter Leinsamen in Bioqualität schon ab 85 Cent für 200 Gramm zu haben. Ein weiterer Unterschied liegt in der Handhabung. So muss der Leinsamen vor dem Verzehr geschrotet werden, da seine Nährstoffe vor allem in der Schale des Samens zu finden sind. Das schleimbildende Polysaccharid liegt beim Leinsamen unter der Schale. Beim Mahlen lösen sich die Fettsäuren heraus, die ranzig werden und sich zersetzen. Geschroteter Leinsamen ist deshalb nicht so lange haltbar. Er sollte dunkel und trocken aufbewahrt werden. Wer seinen Leinsamen nicht selbst schroten möchte, kann auf die bereits geschrotete Variante zurückgreifen. Im Gegensatz zum Leinsamen muss der Chia-Samen nicht geschrotet werden. Er ist auch im nicht-gemahlenen Zustand gut quellfähig. Chia-Samen sind länger haltbar als Leinsamen, müssen jedoch auch dunkel und trocken gelagert werden.

Fazit

Welches Korn letztlich besser ist, lässt sich nicht so eindeutig sagen. Während der Leinsamen beim Preis punktet, hat der Chia-Samen Vorteile in Sachen Haltbarkeit und Verarbeitung. Nährstoffreich und sättigend sind beide. Da die Inhaltsstoffe jeweils etwas unterschiedlich ausfallen, kann es ratsam sein, beide Körnersorten im Haus zu haben und zwischendurch abzuwechseln.

 

© fitbox 2017

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