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Nummern, die es in sich haben!

20.02.2014

Über ihre Decknamen, den sogenannten E-Nummern, finden Zusatzstoffe ihren Weg in unsere Lebensmittel. Doch was verbirgt sich hinter E 420 oder E 1520 und sind sie auch unbedenklich? Wir haben für euch eine Übersicht der unbedenklichen, bedenklichen und gefährlichen Zusatzstoffe zusammengestellt.

Unbedenkliche Zusätze

E 150 a – Einfacher Zuckercouleur
Ein brauner Farbstoff, der durch das Erhitzen von Zucker mit Säuren oder Basen hergestellt wird. Zuckercouleur wird für Getränke wie z. B. Malzbier, Whisky, Alkopops, Rum, Limonaden wie Ginger Ale und Cola, sowie für Marmeladen, Wurst, Fertigsaucen, Essig, Süßwaren und Brot verwendet.

E 153 – Pflanzenkohle
Pflanzenkohle wird durch unvollständiges Verbrennen (Verkohlung) von Holz, Torf, Kokosnussschalen oder anderen pflanzlichen Materialien gewonnen. Pflanzenkohle wird unter anderem in Käseumhüllungen, Dragees und Morbier-Käse eingesetzt. Darüber hinaus dient sie als Färbemittel für Arzneimittel und Kosmetika.

E 296 – Apfelsäure
In der Natur ist Apfelsäure meist in unreifen Früchten, wie etwa Äpfeln, Quitten, Weintrauben, Berberitzenbeeren, Vogelbeeren und Stachelbeeren enthalten. Apfelsäure ist an vielen Stoffwechselreaktionen im menschlichen Körper beteiligt. Apfelsäure wird vor allem in Obst- und Gemüsekonserven, Säften und Erfrischungsgetränken, Konfitüre, Marmelade, Gelee sowie Backpulver verwendet.

E 465 – Cellulose
Cellulose ist der Hauptbestandteil von pflanzlichen Zellwänden. Die Ethylmethylcellulose ist ein wasserlöslicher Abkömmling der Cellulose. Sie verleiht Flüssigkeiten eine zähflüssige Konsistenz  und bildet beim Erhitzen starke Gele aus. Cellulose kommt bei vielen Desserts, Likören und Diät-Produkten zum Einsatz.

E 535 – Natriumferrocyanid
Das ist ein Stabilisator im Kochsalz. Ferrocyanide werden als Trennmittel bei Salzen eingesetzt. Sie verbessern die Rieseleigenschaften und verhindern das Verklumpen, weil sie sich wie kleine Hüllen um die Salzkristalle legen. 

E 630 – Inosinsäure
Inosinsäure ist ein Geschmacksverstärker und wird mit Hilfe von Mikroorganismen hergestellt. Die Säure besteht aus Purin, einem 5'-Monophosphat-Abkömmling des Hypoxanthins. Purin wird im Körper zu Harnsäure abgebaut. Wer auf seinen Harnsäurespiegel achten muss, sollte die Aufnahme dieses Zusatzstoffs vermeiden. Zum Einsatz kommt die Inosinsäure häufig in Fertiggerichten, Suppen, Soßen und Knabberartikeln.

E 1103 – Invertase
Er zerlegt normalen Haushaltszucker in seine Bestandteile Traubenzucker (Glucose) und Fruchtzucker (Fructose). Die dabei einstehende Mischung, Invertzucker genannt, sorgt dafür, dass Füllungen in Süßwaren weich oder gezielt flüssig gehalten werden. Zudem trocken die Lebensmittel nicht aus, weil Invertzucker Wasser aus der Luft bindet.

 

Bedenkliche Zusätze 

E 102 – Tartrazin
Tartrazin ist ein künstlicher Farbstoff, der Lebensmittel zitronengelb färbt. Bei Leuten, die allergisch auf Aspirin reagieren oder unter Asthma leiden kann die Einnahme von Tartrazin zu Hautausschlag, Atemwegsbeschwerden oder verschwommenem Sehvermögen führen. Von einem häufigen Verzehr wird generell abgeraten. Verwendet wird Tartrazin in Brausepulver, Sirup, Schmelzkäse, Kuchen, Keksen und Nahrungsergänzungsmitteln. 

E 110 – Sunsetgelb
Der Farbstoff Sunsetgelb färbt Lebensmittel gelblich orange. Sunsetgelb ist wie auch Tartrazin ein Azofarbstoff der in einer chemischen Reaktion aus Erdöl gewonnen wird. Einmal im menschlichen Körper aufgenommen spalten Enzyme den Farbstoff in seine Ausgangsverbindungen auf. Diese gelten als stark krebserzeugend. Im Tierversuch löste eine hohe Dosierung von Azorfarbstoffen Nierentumore aus. Sunsetgelb wird unter anderem in Marmeladen, Fruchtzubereitungen und Pudding eingesetzt. 

E 249 – Kaliumnitrit
Kaliumnitrit ist ein künstlicher Konservierungsstoff. Nitrite haben durch ihre gefäßerweiternde Eigenschaft eine blutdrucksenkende Wirkung. Im Körper verhindern sie, dass die roten Blutkörperchen (Hämoglobin) Sauerstoff binden und transportieren können. Für Säuglinge und Kinder sind hohe Mengen an Nitrit sehr gefährlich, weil bei ihnen das Enzym, das unseren Hämoglobin-Haushalt regelt noch unzureichend vorhanden ist. Für Erwachsene gilt eine Nitritmenge ab 0,5 g als akut giftig. Vom häufigen Verzehr wird abgeraten. Kaliumnitrit zusammen mit Natriumnitrit wird ausschließlich bei gepökelten Fleischerzeugnissen und Bauchspeck sowie Gänse- und Entenleberpastete eingesetzt. 

E 420 – Sorbit/Sorbitsirup
Sorbit wird mit Hilfe von Enzymen aus Glukose hergestellt. Chemisch gesehen gehört Sorbit zu den Zuckeralkoholen und hat mit 2,4 kcal/g auch einen geringeren Energiegehalt als Zucker. Wegen dieser Eigenschaft wird es von der Lebensmittelindustrie auch gerne in Diätprodukten und Nahrungsergänzungsmitteln eingesetzt wie z. B.  zuckerfreie Süßwaren, Kaugummi und Speiseeis. Ab einem Verzehr von mehr als 20 g pro Portion oder 50 g pro Tag kann der Verzehr abführend wirken. 

 

Gefährliche Zusätze

E 104 – Chinolingelb
Der Grundstoff von Chionogelb ist Chinolin, was bei Tierversuchen eine krebsförderne Wirkung zeigte. Es färbt Lebensmittel gelb bis gelbgrün. Seit 2010 müssen Produkte, die Chinogelb beinhalten mit dem Warnhinweis "kann die Aktivität und Aufmerksamkeit von Kindern beeinträchtigen" gekennzeichnet sein. Der synthetisch hergestellte Farbstoff wird in Fischersatzprodukten, Kuchen, Keksen, Spirituosen sowie Senf- und Würzsoßen eingesetzt. 

E 123 – Amaranth
Amaranth ist ein dunkelroter Farbstoff der zur Familie der Azofarbstoff gehört. Er ist nur für Liköre, Spirituosen und Kaviar zugelassen. Bei Leute die allergisch auf Aspirin reagieren oder unter Asthma leiden kann die Einnahme von Amaranth zu Hautausschlag, Atemwegsbeschwerden oder verschwommenem Sehvermögen führen. Von einem häufigen Verzehr wird generell abgeraten. 

E 127 – Erythrosin
Der Farbstoff färbt Lebensmittel rosa bis rot. Er wird durch die Jodierung des Farbstoffs Fluorescein gewonnen. Im Körper kann sich das bei der Herstellung hinzugefügte Jod abspalten und bei Patienten mit Schilddrüsenfunktionsstörungen zu Irritationen führen. Zudem wird Erythrosin auch in Verbindung mit dem Hyperaktivitätssyndrom bei Kindern gebracht. Zum Einsatz kommt der Farbstoff bei Cocktailkirschen und kandierten Kirschen. Er wird aber auch in Arzneimittel und Kosmetika (z. B Lippenstift) eingesetzt. 

E 142 – Grün S
E 142 Ist ein grüner Farbstoff, der mit Alzheimer in Verbindung gebracht wird. Der Farbstoff wird in Deutschland nur wenig eingesetzt. Zugelassen ist er für Süßwaren, Speiseeis und Desserts sowie zum Färben von Arzneimitteln, Kosmetika und Textilien. 

E 1520 – Propylenglycol
Propylenglycol gehört zu der Gruppe der Alkohole und ist eine Kohlen-Wasserstoff-Verbindung. Es ist ausschließlich zugelassen für Kaugummis und Aromen. Es wird aber auch in Kosmetika und Tabakerzeugnissen eingesetzt. In hohen Dosierungen kann der Stoff zu Vergiftungen führen.

 

Fazit

Die Liste zeigt, dass wir meist gar nicht wissen, was genau in unseren Lebensmitteln steckt. Oft sind es harmlose, natürliche Stoffe, die sich hinter den E-Nummern verstecken. Aber es gibt wie immer im Leben auch böse Überraschungen, die einem den Appetit ordentlich verderben können.

Generell empfehlen wir euch daher: je weniger industriell verarbeitet ein Lebensmittel ist, desto weniger Zusatzstoffe sind auch darin enthalten. Je länger die Liste der Inhaltsstoffe eines Lebensmittels ist, umso schlechter. Wenn ihr die Hälfte nicht kennt oder versteht, besser Finger weg! Back to Basics. Hochwertige Öle, frisches Gemüse, Fisch, Geflügel, Pfeffer und Salz. Schmeckt toll und ist sicher frei von "E". Unser einfacher Ernährungstipp: kocht mit frischen Zutaten, die so auch in der Natur wachsen und lasst es Euch schmecken! 


Bildnachweis: Franz Jakobi